Max Mux: “Jeder kann mich sehen!”

Maxvorstadt (mux). Früher hieß es immer: “Gott beobachtet dich ganz genau mein Junge, von da oben im Himmel sieht er alles was du tust. Ja, auch wenn es dunkel ist. Gott sieht alles.” Gut, wenn dem so ist, dann ist Gott wohl nicht mehr allein. Ich weiß, ich darf keine anderen Götzen neben dir haben, aber ich kann nichts dafür, denn da fährt der Teufel durch die Straßen der Maxvorstadt mit einer Kamera auf seinem Dach. Der Teufel heißt in diesem Fall Google oder genau Google Street View und erhitzt mit seiner von Schwefel umgebenden Aura die Gemüter ganz Münchens. Jetzt sieht nicht nur Gott was ich tue, sondern gleich die ganze Welt. Gott bewahre!

Und jetzt kann ich als Mieter beantragen, dass mein Haus unkenntlich gemacht wird. Was bringt das denn in einem Stadtteil in dem in puncto Einbruchsgefahr sowieso jeder angebliche “Zeitungsjunge” ins Treppenhaus reingelassen wird. Da braucht kein Einbrecher bei Street View schauen, der muss einfach nur anklingeln und das wars dann auch schon – er ist drin. Und er muss noch nichtmal im Dunkeln gucken können, das funktioniert einwandfrei am helllichtem Tag.

Als Person wird man ja sowieso unkenntlich gemacht, hilft aber leider nix, wenn man in Bikini im Brunnen der Universität badet, da sieht man dann doch jedes noch so kleine Detail. Soll mir aber auch eigentlich egal sein, denn durch Google Street View sieht wenigstens jeder wie schön unsere Maxvorstadt ist. In den Straßencafes wird dann am Bildschirm eine verpixelte Masse zu sehen sein – ne schon klar!

Solltet ihr irgendwann mal das “Street View Teufels Auto” sehen, dann lächelt in die Kamera, macht das M und schreit “Maxvorstadt liebt euch”, denn das werde ich auch tun. Und dann blickt nicht nur Gott, sondern die ganze Welt auf unsere Maxvorstadt.

Euer Max

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